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Pflanzen und Tiere

Zwar bin ich keine Biologin und kenne die Pflanzen- und Tierwelt der Sinaiwüste nicht bis ins letzte Detail, aber im Laufe der Zeit haben mir die Beduinen unzählige Pflanzen und Tiere ihrer Heimat gezeigt und benannt. Oft hatte ich dann die arabischen Bezeichnungen und mußte erst einmal herausbekommen, wie die einzelnen Pflanzen und Tiere auf deutsch heißen, bzw. wie ihr botanischer Name lautet. Das, was ich vor Ort gelernt habe, ergänzte ich zu Hause aus den Büchern der Bibliotheken und im Gespräch mit Biologen. Ich hoffe, der folgende Überblick, der natürlich alles andere als vollständig ist, kann den Wüstenfans und Sinaireisenden unter den Lesern von einigem Nutzen sein. Sollte sich unter ihnen ein Experte befinden, so bin ich dankbar für jede Anregung und Verbesserung meiner Informationen!

Pflanzen

Die Sinaihalbinsel besteht in erster Linie aus Wüste. Wüste aber steht keineswegs für Ödnis und leeres Land. Nein, auch die sandigen Ebenen und die Steinfelsen werden von unterschiedlichsten Pflanzen besiedelt und wer einmal im Frühjahr dort unterwegs war, weiß, auf welche Vielzahl von Blümchen, Kräutern, blühenden Sträuchern und Bäumen man stößt.

Auf der Sinaihalbinsel wachsen rund neunhundert Pflanzenspezien. Etwa 420 darunter kommen auf nur 2% der Halbinsel vor und zwar im Gebirge rund um das Katharinenkloster und den Mosesberg. Etwa 30 Spezien sind endemisch, d.h. sie wachsen ausschließlich im Sinai.

Botaniker rechnen die Vegetation im Nordsinai zur saharo-arabischen Vegetationszone. Sie hat leicht mediterranen Einschlag. Im Südsinai und im Hochgebirge im Landesinneren finden sich Pflanzen der irano-turanischen und sudanischen Zone.

Die Pflanzen kennen ausgeklügelte Tricks, um in der regenarmen Hitze jahre- oder jahrhundertelang zu überleben. Manche Pflanzen schicken ihre Wurzeln tief in den Boden. Akazienwurzeln können 35 Meter lang werden und erreichen auf diese Weise das Grundwasser. Andere bilden nahe der Oberfläche Wurzelsysteme bis zu 100 Quadratmeter. Dort haben andere Pflanzen keinen Platz mehr.

Eine weitere Überlebenstechnik besteht im Einsparen von Wasserverbrauch. Dazu gehört das Vermindern der Verdunstung durch Aufnahme von Salz im Zellsaft, wie man es zum Beispiel beim Jochblatt (zygophyllum) findet. Das Jochblatt nimmt überdies sein Kohlendioxid nachts auf, so daß durch die geöffneten Spaltöffnungen keine Feuchtigkeit entweicht. Tagsüber bleiben diese geschlossen.

Auch für ihre Vermehrung haben die Pflanzen intelligente Mechanismen entwickelt. Das eben erwähnte Jochblatt hat die Möglichkeit zur Messung der Niederschlagsmenge. Nur wenn genug Wasser gemessen wird, keimt der Same.

Gut bekannt ist hierzulande die berühmte "Rose von Jericho" (anastatica hierochuntica). Sie rollt innerhalb von Minuten ihre eingekrümmten Zweige aus, so daß reife Samen hinaus können. Einige Samen bleiben aber zurück, falls sich das Jahr als zu trocken erweist.

Palme

Die Dattelpalme (phoenix dactylifera) wächst nur dort, wo es ständige Wasservorkommen gibt, also vor allem in den Oasen. Sie liefert nicht nur die Dattelfrucht, sondern verschiedene Teile von Stamm und Blättern werden zum Haus- und Dachbau verwendet, zu Körben geflochten, als Füllmaterial unter Kamelsättel gegeben usw. Natürlich dienen die trockenen Blätter auch als Brennmaterial. Heute sieht man in den Touristencamps ganze oder länglich durchteilte Palmstämme als Lehne für Bodensitzgruppen. Die Bestäubung der weiblichen Blüten erfolgt mit Hilfe des Menschen.

Palmen sind üblicherweise im Besitz von Privatpersonen oder Familien.

Akazie

Zu den auffälligsten Pflanzen im Südsinai gehört der Akazienbaum (u.a. acacia raddiana). Die Akazien stehen in den Trockentälern und können jahrelange Trockenheit mühelos überleben. Sie liefern den Ziegen der Beduinen beliebtes Futter: Sowohl die Blüten als auch die Samen zählen zu deren Leibspeise. Obwohl die Akazien lange, spitze Dornen tragen, werden die Äste von Kamelen gern abgeknabbert. Die trockenen Zweige der Akazien werden von den Beduinenfrauen vom Boden aus mit langen Stangen aus den Bäumen herausgebrochen und als Brennholz verwendet. In den alten Tagen stellten die Beduinen aus Akazien- und Ginsterholz Kohle her und verkauften sie.

Ginster

Eine weitere, sehr häufige Pflanze im Südsinai ist der Ginsterbusch (retama raetam). Er blüht im März / April weiß. Seine Früchte zählen zu den Lieblingsspeisen der Ziegen und Schafe. Die Ginsterbüsche sammeln um sich herum Hügel aus Sand an. Ihre langen dicken Stämme liegen unter der Erde.

Weißer Saxaul

Der Weiße Saxaul (haloxylon persicum) sieht dem Ginster auf den ersten Blick sehr ähnlich, wird aber viel größer und hat eine hellere Rinde. In manchen Tälern tritt er sehr häufig auf, in anderen wiederum gar nicht. Er zählt zu den Leibspeisen eines jeden Kamels, das guten Geschmack hat.

Kaper

An den Felswänden aus Granit und Sandstein, aber auch am Boden sieht man oft riesige Kapernbüsche (capparis aegyptica o. c. cartilaginea). Die Beduinen verwenden davon im übrigen nicht - wie wir - die Knospen, sondern die fertigen, bitter schmeckenden Früchte, die aussehen wie kleine Gurken. Wunderschön sind seine Blüten: große, schneeweiße Blätter, aus denen lange, dünne, lilafarbene Staubgefäße herausragen.

Tamariske

Die Tamariske (tamarix) ist eng mit der Geschichte des biblischen Manna verbunden. Generationen von Biologen und Bibel-Archäologen haben sich gefragt, was wohl das Manna sein könnte, mit dem der Herr den Seinen das Überleben in der Wüste gesichert haben soll (Exodus 16). Eine der Theorien lautet, es könnte die honigartige Ausscheidung von Schildläusen sein, die die Siebröhren der Tamariskenzweige anstechen. Das Phänomen dieser Tröpfchenbildung wurde von vielen Wüstenfahrern beobachtet und beschrieben. Allerdings kann man damit nicht ganze Völker ernähren...

Man findet solche Ausscheidungen auch an den Gänsefußarten haloxylon schweinfurthii und anabasis articulata.

Desweiteren finden wir im Sinai häufig:

  • Bilsenkraut (hyoscyamus boveanus o. h. muticus).     Es ist in geringen Mengen berauschend, in größeren Mengen jedoch hochgiftig und wurde im Mittelalter u.a. zur Bereitung von Hexensalben benutzt.
  • Bocksdorn (lycium shawii)
  • Fenchel (foeniculum vulgare)
  • Jochblattgattungen (zygophyllum album u. z. dumosum)
  • Koloquinte (citrullus colocynthis). Dieses Kürbisgewächs kriecht flach am Boden. Seine Früchte, die wie kleine gelbe Bälle aussehen, treibt der Wind oft weit durch die Täler. Ihr Fruchtfleisch enthält einen Bitterstoff, der abführend wirkt.
  • Sodomsapfel (salotropis proceva). Dieser Baum wird bis zu fünf Meter hoch und ist giftig. Er hat dicke, feste Blätter, die die Zweige dicht umgeben. Die Frucht ähnelt Äpfeln.
  • Strauchmelde (atriplex halimus)
  • Teufelskralle oder Gamander (teucrium polium). Dieses Kraut besitzt einen wunderbar aromatischen Duft und wird von den Beduinen als Aufguß getrunken.
  • Wermut (arthemisia herba-alba). Auch die verschiedenen Wermut- und Beifußgewächse des Sinai riechen sehr intensiv und werden als Aufguß getrunken.
  • Zilla oder Kameldorn (zilla spinosa). Dieses kugelförmige, dornige Gestrüpp löst sich im voll entwickelten Zustand von seiner Wurzel und wird vom Wind wie ein Ball durch die Täler getrieben. Nach Regen schießt die Pflanze bis weit über einen Meter hoch und wird vom Vieh mit großem Genuß gegessen.

Der Brennende Dornbusch

Bei dem Busch, den die Mönche des Katharinenklosters als den Brennenden Dornbusch verehren, aus dem heraus (gemäß Bibel: Exodus 3) Gott zu Moses gesprochen hat, handelt es sich um ein Brombeergewächs (rubus sanctus). Allerdings wurde dieser Busch versetzt. Vorher befand sich an dem Ort, wo man ihn ursprünglich vermutete, ein syrischer Blasenstrauch (colutea istria). Er ging in kleine Teile zerlegt als Reliquien an Christen in aller Welt. Naturwissenschaftler versuchen das Phänomen des Brennenden Busches unterschiedlich zu erklären. Eine Mutmaßung lautet, die in der Bibel erwähnte Pflanze sei ein stark ölhaltiges Gewächs. Das Öl konnte sich in der Sonne entzünden und verbrennen, ohne daß die Pflanze selbst verbrannte. Eine andere Theorie besagt, daß die Pflanze so beschaffen war, daß sie wirkte, als stünde sie in Flammen, wenn das Sonnenlicht in ihr funkelte.

Wirklich wichtig erscheint mir jedoch der Symbolgehalt, den diese biblische Geschichte für die Gläubigen hat: Gott erscheint dem Menschen Moses und offenbart ihm seinen Namen!

Ganz im Süden wachsen direkt am Meer Mangroven (avicennia marina). Ihr Wurzelgewebe hindert das Meersalz daran, in die Pflanze einzudringen. Im Naturpark Ras Mohammed kann man die Mangroven sehen.

Ganz besonders interessant sind Wildflora und Gartenkultur im Gebirge um das Katharinenkloster. Dort wachsen wild der Weißdorn (craetagus sinaica), die Feige (ficus), Lavendel, Minze, Salbei, Primel (primula bovaena), Disteln, Myrrhe und viele viele mehr.

In den Gärten der Beduinen findet man eine Vielzahl weiterer Pflanzen. Neben den Dattelpalmen und Olivenbäumen findet man den Christdorn oder Lotosbaum, dessen kleine, rote Früchte gegessen werden können. Desweiteren wachsen in den Gärten mehrere Aprikosen-, Äpfel- und Birnensorten, Pflaumen, Guaven, Limonen, Orangen, Quitten, Granatäpfel, Weintrauben, Feigen, Melonen, Mandeln, aber auch Minze, Tabak, Rauke, Rosmarin, Tomaten, Gurken, Auberginen und vieles vieles mehr.

Die Jabaliya-Beduinen waren in früheren Tagen großartige Gartenbauer und sie waren es auch, die die Pflanzungen der Mönche hegten und pflegten. Heutzutage jedoch verlassen viele das Hochland und suchen sich Lohnarbeit im Bereich Tourismus u.ä. Viele Gärten vertrocknen, zerfallen und verwildern daher und die Kunst des Gartenbaus geht Stück für Stück verloren.

Im Naturpark St. Katherine läuft zur Zeit das "Projekt zur Bewahrung und zum nachhaltigen Gebrauch von Heilpflanzen in ariden und semi-ariden Ökosystemen Ägyptens" (für nähere Informationen dazu gehen sie bitte auf die Seite "Umweltschutz" im Menüpunkt "Reisen")

 

Tiere

Wilde Tiere

Unter den wilden Säugetieren gibt es im Sinai u.a.

  • Fuchs (vulpes u. fennecus)
  • Gazelle (gazella). Die Gazelle, sowie der Steinbock (eig: nubischer Ibex) sind im Sinai sehr selten geworden
  • Hase (lepus)
  • Hyäne (hyaena)
  • Klippschliefer (procavia)
  • Luchs (lynx)
  • Wüstenmaus und -ratte in vielen verschiedenen Arten.

Angeblich soll es noch bis in die 50er Jahre Leoparden gegeben haben. Sie waren allerdings bei den Beduinen nicht sonderlich beliebt, weil sie sich am Vieh und den Menschen vergriffen. So fing man sie in Fallen und tötete sie. Früher jagten die Beduinen einige der Wildtiere, um sie zu essen. Heute jedoch sind der Besitz von Waffen und Munition, sowie die Jagd offiziell streng verboten.

Neben den Säugern gibt es im Sinai eine Vielzahl von Reptilien. Dazu gehören v.a. die verschiedenen Arten von

  • Eidechse (agama und uromastyx)
  • Skink (chalcides und eumeces)
  • Waran (varanus)
  • sowie etwa 20 Schlangenarten, unter denen es aber nur einige wenige und selten vorkommende giftige Arten gibt. Wer im Sinai allerdings auch nicht fehlt, ist der Skorpion - auch er in unterschiedlichen Ausführungen. Allerdings ist er draußen im freien Land nur sehr selten anzutreffen.

Eine wahre Freude ist die Vielfalt der Vögel im Sinai. Auch noch in den fernsten Winkeln kann man sie sehen und sich an ihrem lieblichen Gesang erfreuen. Folgende Vögel und Hühner trifft man in verschiedenen Arten besonders häufig an:

  • Bussard
  • Felsentaube (columba livia)
  • Fink (carpodacus)
  • Lerche (alaemon)
  • Rabe (corvus)
  • Star (onychognatus)
  • Steinhuhn (alectoris)
  • Steinschmätzer (oenanthe)
  • Und natürlich Sperlinge.

Etwas seltener sind Adler, Falken und viele Arten von Geiern, sowie Reiher an der Meeresküste.

Der Sinai liegt auch auf der Bahn vieler Zugvögel, die dort landen, um zu pausieren. Zu ihnen gehören Pelikane, Schwalben, Stelzen, Störche, und Wachteln. Manch einer schafft es nicht und so kann es dem Reisenden durchaus passieren, daß er mitten in der Wüste auf einen toten oder geschwächten Storch trifft.

Nutztiere

Kamel

Kamele sind gewiss die typischsten Wüstenbewohner. Alle Kamele, die man im Sinai frei umherlaufen sieht, sind im Besitz von Beduinen. Es gibt keine wilden Kamele. Viele Kamele weiden selbständig im freien Land und gehen sozusagen ihre eigenen Wege (was natürlich auf den Teerstraßen zu üblen Kollisionen führen kann). Im Sommer - so sagen es die Beduinen - kommen Kamele bis zu vier Tage ohne Wasser aus, im Winter, wenn es saftige Kräuter gibt, sogar weit über zehn Tage. So wie Pferde bei uns haben im Sinai auch Kamele einen Stammbaum und jedes Kamel bekommt einen Namen.

Wenn nun ein Mann sein Kamel wieder bei sich haben möchte, so geht er es ganz einfach suchen. Zu diesem Zweck wird er sich in erster Linie bei den Leuten durchfragen: "Habt ihr mein Kamel gesehen?" Was in unseren Augen fast absurd erscheint, ist dort durchaus sinnvoll, denn die Menschen eines Stammes kennen nicht nur einander, sondern man kennt auch die Kamele der anderen Leute. Hinzu kommt das Brandzeichen, das die Kamele je nach Stamm und Großfamilie tragen. Sowohl die Form des Zeichens als auch die Körperstelle, an der es eingebrannt wurde, geben Aufschluß über seine Zugehörigkeit. So fragt man sich also durch, bis man dort hinkommt, wo das Kamel zuletzt gesichtet wurde. Dann geht's ans Spurenlesen und jeder kann sich denken, daß die Spuren für einen kundigen Beduinen so klar sind, wie für unsereins Verkehrszeichen und Hinweisschilder.

Seit Jahrhunderten führen Beduinen Fremde, die ihr Land durchqueren wollen, auf Kamelen durch die Wüste. Im modernen Massentourismus sind Kameltouren wieder sehr beliebt geworden. (Kameltour)

Esel

Ein weiterer, sehr nützlicher Vierbeiner des Sinai ist der Esel. Im Gebirge gibt es wilde Esel, in den tiefergelegenen Gegenden aber sind sie im Besitz von Menschen. Meistens dienen sie den Frauen beim Wasserholen und Brennholztransport. Den Eseln wird jedoch im Vergleich zu den Kamelen mit so gut wie gar keinem Respekt begegnet, normalerweise tragen sie nicht einmal Namen.

Ziegen und Schafe

Fast jede Beduinenfamilie hält sich Schafe und Ziegen. Bis vor kurzem waren quasi alle Beduinenmädchen Hirtinnen, die Tag für Tag mit dem Vieh zur Weide gingen. Heute sind die Bestände stark reduziert. Die Schafe und Ziegen fressen neben verschiedenen Kräutern und Büschen (z.B. Ginsterfrüchte) vor allem auch je nach Jahreszeit die Blüten und die Samen der Akazienbäume. Beim Haus werden sie aber noch zusätzlich gefüttert, unter anderem auch mit den Resten der Mittags- und Abendmahlzeiten.

In den Städten laufen die Tiere tagsüber frei umher, teilweise führen die jungen Mädchen sie auf die Müllplätze, man nennt das "Im Müll weiden". Die dort gefundene Nahrung ist nicht gerade hochwertig und viele Tiere verenden an dem Verdorbenen, das sie dort finden und fressen.

Zu jeder festlichen Angelegenheit schächten die Beduinen Ziegen oder Schafe.

Meeresbiologie

Die Wunder unter Wasser

Ich kann mir keinen Menschen vorstellen, den die Unterwasserwunder der Sinaiküsten unberührt lassen. Wer einmal, wenn auch nur ganz kurz, den Kopf unters Wasser gesteckt und die Riffe mit ihren Fischen gesehen hat, wird diesen Moment nicht mehr so schnell vergessen.

Erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man, das Ausmaß der Unterwasserpracht des Roten Meeres zu erahnen. Kaiserfische, Anemonenfische, Barsche, Riesenfalterfische, aber auch Rochen, Meeresschildkröten, Makrelen, Muränen, Haie und Delphine leuchten, schwimmen, gleiten in unzähligen Arten, Formen, Größen und Farben durch das glasklare Wasser des Roten Meeres. Stein- und Weichkorallen bilden die atemberaubende Kulissen, vor, in und über denen sich eine Vielfalt von Wesen tummelt, die vermutlich nicht einmal ein Experte alle aufzählen und benennen könnte.

In allen Hotels und Souvenir- und Buchläden findet der Reisende Informationen zur Unterwasserwelt. Eine Vielzahl von Tauchschulen bietet ihre Dienste an. Meistens gibt es auch die Möglichkeit zu Schnupperkursen und einzelnen Tauchgängen. Klicken Sie den Menupunkt Reisen an und Sie erfahren mehr dazu.

Zerstörung

Aber: Was sehr begehrt ist, wird auch gern zerstört. Schwimmer, Schnorchler, Taucher, aber auch ganz normale Hotelgäste sind - wenn auch oft unbeabsichtigt - mit beteiligt an der Zerstörung der ausgesprochen empfindlichen Riffe. Viele Taucher und Schnorchler verhalten sich wie kleine Kinder, die alles angrabschen und haben wollen und zerstören oft mit einem Griff oder Tritt, was in Jahrtausenden herangewachsen ist. Abfälle aus Schiffen, aber auch von den vielen Hotels an der Küste, tun ihren Teil, um das Gleichgewicht zu zerstören, das zur Entstehung und zum Erhalt von Riffen notwendig ist. Dazu gehört unter anderem das Einleiten nährstoffreicher Abfälle ins Meer. Dadurch wird das Wasser trüb und läßt nicht mehr genügend Sonne ein.

Zum Glück steht heute ein großer Teil der Ostküste unter Naturschutz (Umweltschutz).

Der zahme Delphin

Weltweit bekannt wurde ein Tier an der Ostküste des Sinai: Der Delphin Olin.

Olin ist ein freilebendes Delphinweibchen, das aufgrund seiner Freundschaft zu dem Beduinen Abidallah sein freiwilliges Zuhause in der Nähe des Städtchens Nuweba gefunden hat. Abidallah spielt und schmust täglich mehrmals mit der Delphin-Dame. Früher war der Beduine taubstumm, aber durch seine Beziehung mit dem Delphin hat er es gelernt, sich mit seiner Stimme zu artikulieren und er kann inzwischen auch hören.

Wer die beiden sehen möchte oder gerne auch einmal mit dem Delphin schwimmen will, der begibt sich einfach in Nuweba zum "Dolfin" oder "Darfil", wie die Beduinen sagen. Dort darf man - gegen eine Eintrittsgebühr - zu Olin ins Wasser.

Angeblich ist Olin jedoch im Winter 2004 gestorben.

Pascale Noa Bercovitch hat die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Beduinen und dem Delphin in einem sehr kurzweiligen Buch niedergeschrieben. Das Buch ist dennoch mit Vorsicht zu genießen: Einige Beduinen behaupten, zu vieles darin sei gelogen, bzw. erfunden. (Bücher)

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