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World Wildlife Found: MEDA Programm
Das vom WWF ins Leben gerufene Projekt "Mediterranean
Environmental
Crisis Points" macht auf neun besonders gefährdete, am und
um's
Mittelmeer gelegene Regionen aufmerksam. Eine dieser Regionen ist der
Südsinai mit seiner östlichen Küste am Roten Meer.
Es ist in erster Linie der moderne Massentourismus, der die Natur des
Südsinai im Landesinneren, an der Küste und im Meer bedroht.
Ein
spezielles Problem ist hierbei die große Zahl der Touristen und
der
daraus resultierende Hotelbau-Boom. Von etwa tausend Hotelbetten in den
späten Achtzigern ist die Zahl innerhalb von zehn Jahren auf
über
achtzehntausend angestiegen.
Hunderttausende von Touristen fliegen das ganze Jahr über auf
die
Halbinsel, ein Großteil davon aus Italien und Deutschland.
Tausende von
Ägyptern sind vom Niltal in den Sinai übergesiedelt, um dort
ihr
täglich Brot zu verdienen. Das Land kann soviele Menschen nicht
ernähren und ebenso besitzt es nicht genügend Wasser. Auch das
Müllproblem wird mit wachsender Besucherzahl nicht kleiner. Die
Riffe im
Meer haben durch Taucher, Schiffe, Abwässer, aber auch
Öltanker
bereits großen Schaden genommen.
Zwischen 1983 und 1998 wurden von der ägyptischen Regierung
fünf
Naturschutzgebiete geschaffen. Diese Protektorate erhalten im Moment
noch
finanzielle Unterstützung von EU-Mitgliedstaaten. Teilweise
finanzieren
sie sich auch über Eintrittsgelder.
In letzter Instanz hat der Massentourismus - neben einigen
Vorteilen, die
er gewiß bietet - negative Auswirkung auf die Ökonomie der
Beduinen. Ihre traditionelle Ökonomie hat keine Zukunft mehr, ihre
Landansprüche an der Küste werden von der Regierung
mißachtet,
immer wieder werden ihre für Touristen errichteten Camps
zerstört.
In den Entwicklungsprozeßen werden die Beduinen weitgehend
ausgeklammert.
Im MEDA-Programm wird daher u.a. Folgendes angeregt:
Eine umweltverträgliche Lösung des Müllproblems,
vermehrter
Einsatz von Solarenergie, Einbeziehung der einheimischen Beduinen und
ihres
Wissens in Projekte, desweiteren Bildung, Gesundheitsvorsorge,
Infrastruktur,
Arbeit, Landrechte und Menschenrechte für Beduinen.
Mehr Informationen zu dem Programm erhalten Sie bei
WWF Italy, Via Po 25c, 00198 Rome, Italy
E-Mail: WWF-EPO@wwfepo.org
und CMarti@wwfmedpo.org
Europäische Union: South Sinai Regional Development Programme
Das South Sinai Regional Development Programme (ssrdp) der Europäischen Union
stellt Gelder zur Entwicklung des Südsinai zur Verfügung. Die einheimischen Beduinen
sollen dabei unterstützt werden, den Tourismus "in die eigene Hand" zu nehmen, Projekte
für Ökotourismus, Umweltschutz und Landwirtschaft zu entwerfen, usw. Der Erhalt ihrer
Kultur soll ebenso gefördert werden wie kreative Ideen zur
Förderung des friedlichen Zusammenlebens von Beduinen, Ägyptern
und Ausländern in den Städten. Da Programm läuft bis April 2007
Nähere Informationen zum Programm: www.eu-ssrdp.org
Sinai Environmental Center
www.sec-online.org
Klicken Sie selbst! Das Sinai Environmental Center setzt sich vor allem auch für Erforschung und Erhalt der einzigartigen Unterwasserwelt vor der Ostküste des Sinai ein.
Weitere Links
Auf der Website www.windsandstars.co.uk finden Sie weitere Informationen zu diversen Projekten.
Auf der Website www.akte.ch finden Sie Anregungen zu einem fairen
Tourismus. Der "Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung"
verleiht
das Video "Müllkippe Sinai - Ein Naturparadies leidet am
Tourismus". Akte bietet auch zahlreiche Arbeits- und
Unterrichtsmaterialien zum Thema Tourismus.
Wenn unter den Lesern jemandem Projekte bekannt sind,
möge er sie uns mitteilen, so daß wir darüber informieren können!
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