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Gemeinsam mit Sliman Abu Hmed, der für mich wie ein Vater ist, unternehmen wir Kameltouren im Sinai.
Mit diesen Reisen knüpfen wir an eine Tradition
an, die im Sinai jahrhunderte-lange Geschichte hat.
Termine der nächsten Frühjahrsreisen:
31.03.2008 - 14.04.2008
14.04.2008 - 28.04.2008
Inhalt:
Kameltouren früher... / ...und heute / Reisen auf Kamelrücken durch
die Sinaiwüste / Kameltour konkret

Kameltouren
früher...
Seit jeher
haben Beduinen gegen Bezahlung Fremde durch ihr Land geführt. Es war
auch nicht sonderlich ratsam, als Außenstehender alleine durch Beduinenland
zu reisen - man war völlig schutzlos und es konnte durchaus vorkommen,
daß man ausgeraubt wurde. Schon aus diesem Grund stellten Reisende sich
unter den Schutz des Stammes, bzw. des Scheichs, auf dessen Gebiet sie
unterwegs waren. Mit
einheimischen Beduinen zu reisen hatte natürlich noch mehr Vorteile.
Sie sind es, die die Wüste kennen, die mit Kamelen umgehen können und
wissen wo man am besten lagert und wo nicht. Sie kennen die einzelnen
Landschaften und ihre Tücken, sie können die Reisenden vor gefährlichen
Tieren und Pflanzen warnen, sie können das Wetter einschätzen und wissen,
wo man Wasser findet.

Reisen
auf dem Kamel hatten bis in unsere Tage meistens den Zweck, eine Person
von A nach B zu bringen. Im Norden zogen muslimische Pilger, vom Westen
kommend, über den Sinai hinweg weiter nach Mekka. Die meisten Fremden
aber kamen in den Sinai, um das Katharinenkloster zu besuchen oder um
in der Wüste zu forschen. Archäologen, Geologen, Biologen - sie fragten:
Sind die biblischen Erzählungen historisch? Welche Route nahmen die
Kinder Israel unter Moses Führung? Wo liegt der Berg der Gesetzgebung?
Wüstenfoscher, Sprachwissenschaftler, Völkerkundler - sie alle ließen
sich gezielt an die Orte bringen, von denen sie sich irgendetwas Spannendes
erhofften.
...und
heute
Heute
ist das anders. Heute kann man diese Orte meist schneller und müheloser
mit dem Jeep erreichen. Wer im dritten Jahrtausend als Europäer mit
dem Kamel die Wüste durchquert, hat meistens den Weg selbst als Ziel.
Es geht einfach um's unterwegs sein, in der Wüste sein, die Stille erleben,
die Kargheit erfahren, ganz woanders sein. Wir erhoffen uns von der
Reise in die Wüste Ruhe und Entspannung, wollen die Seele baumeln lassen.
Wir möchten den Arbeitsalltag zu Hause vergessen, wollen Abstand bekommen,
bzw. zur eigenen Mitte finden. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen.
Auf einer Kameltour fällt es einem leicht, Sorgen zu vergessen und Probleme
aus einer gesunden Distanz zu betrachten. Der Blick über den eigenen
Tellerrand auf die Kultur der Beduinen kann dazu führen, die eigene
Situation relativer und von einem anderen Standpunkt aus zu sehen. Der
tiefe Blick auf die fremden Menschen kann uns deren Weltbild nahebringen,
kann Verständnis wecken für andere Sichtweisen der Welt.
Aber nicht
nur das - der Sinai, vor allem der Süden, ist mit einer traumhaften
und ausgesprochen abwechslungsreichen Landschaft gesegnet.

Reisen
auf dem Kamelrücken durch den Sinai
Das Kamel
bietet eine Art der Fortbewegung, die es ermöglicht, die Landschaft
in all ihren Details wirklich zu erleben und zu fühlen. Man sieht die
Farben im Fels, entdeckt Feinheiten in den Formen und merkt, wie die
Landschaft um einen herum sich langsam verändert. Mit etwas Glück bekommt
man einen Fuchs, eine Gazelle oder einen Klippschliefer zu sehen - oder
zumindest ihre Spuren. Man staunt über die Vielfalt der Vögel: Finken,
Steinhühner, Tauben, Stare, Falken, Zugvögel auf der Durchreise...und
man stellt fest, daß es Fliegen einfach überall gibt! Jedes Tal hat
typische Pflanzen, die es prägen. Im einen wachsen Tamarisken, im nächsten
Sodomsäpfel, das eine ist von Wacholder geprägt, das nächste vom Kapernstrauch.
Jede Akazie ist anders geformt.
Man riecht den Duft jeder einzelnen
Gegend. Manches Tal riecht intensiv nach Wermut, ein anderes nach Thymian...
Anders als zum Beispiel im Jeep kann man die Akkustik der Wüste intensiv
und total wahrnehmen: Das ist natürlich in erster Linie die unglaubliche
Stille, eine Stille, die man hier in Deutschland einfach nirgends erfahren
kann.
Aber auch die Geräusche, die es gibt, klingen je nach Landschaft
ganz unterschiedlich: Man hört, wie leichter Wind sich in den Ginsterbüschen
verfängt, das Zwitschern eines Vogels, das Knacken von Holz, die eigene
Stimme, ein Lied vom Karawanenführer - in einem engen Tal scheint so
ein Klang den ganzen Raum zu füllen. Das gilt auch für die etwas "moderneren
Geräusche", zum Beispiel, wenn ein paar herausgeputzte Beduinenburschen
auf geschmückten Kamelen unterwegs sind und ihre tragbaren Kassettenrekorder
mit bunten, verzierten Kordeln über den Sattelknauf gehängt haben, aus
denen lautstark Muhammad Abdu, Fata Rahima oder andere saudiarabische
Sänger tönen. Das beeindruckt nicht nur die Bedumädchen, sondern auch
die Touristen und Touristinnen...
Gemeinsam mit den Beduinen umherzureisen,
langsam, auf dem Kamel oder auch mal ein Stück zu Fuß, im Freien Sitzen,
im Freien kochen und essen, unterm 1000-Sterne-Zeltdach schlafen - das
sind unvergeßliche Erlebnisse.
Kameltour
konkret

Wie läuft
so eine Kameltour eigentlich ab?
Das Reiten auf dem Kamel Das Kamelreiten
bedarf keiner Vorkenntnisse. Man steigt auf das Kamel, wenn es auf dem
Boden kniet. Der Sattel ist mit einer Decke ausgelegt und gibt dem Reiter
guten Halt. Mit bestimmten Sitztechniken läßt sich verhindern, daß man
Kreuzschmerzen bekommt. Die Reiseteilnehmer führen und lenken ihre Kamele
selbst. Es ist ganz einfach. Reitkamele sind für gewöhnlich liebenswerte,
geduldige Tiere, die meistens in ruhigem Gang dahinlaufen und ab und
zu etwas am Wegesrand knabbern. Auf engen, steinigen Wegen und Pässen
steigen wir ab und lassen die Kamele nur das Gepäck tragen. Natürlich
ist keiner verpflichtet, zu reiten. Man kann die gesamte Strecke auch
zu Fuß gehen.
Was ißt
man?
Die Beduinen backen mindestens einmal täglich frisches Brot. Dazu
gibt es Tomaten, Gurken, Oliven, Feta-Käse und dergl. An warmen Gerichten
gibt es leckere Gemüseeintöpfe, Bohnen, Reis mit Gemüse oder Linsen
u.ä., auf Wunsch auch Fleisch. Und Obst führen wir auch mit.
Was trinkt
man?
Das absolut typische Getränk der Mzaina-Beduinen ist starker, süßer
Schwarztee. Daneben können wir natürlich auch Kaffee und selbst mitgebrachte
Tees trinken. In der Wüste finden wir auch Kräuter, aus denen wir Aufguß
bereiten können. Wir führen genügend stilles Mineralwasser mit. Auf
Wunsch können wir Säfte anrühren oder uns Cola bringen lassen. (Obwohl
alle Teilnehmer das immer als unangemessen empfinden, ist die Nachfrage
danach enorm!) Unterwegs werden wir möglicherweise von Beduinenfrauen
zum Tee eingeladen.
Wie schläft man?

Nachts schlafen wir unter freiem Himmel auf dem Boden im Schlafsack.
Der Untergrund ist Sand oder feiner Kies. Wer will, kann ein Zelt mitnehmen,
aber erfahrungsgemäß wird es meistens doch nicht gebraucht.
Wo ist
das Bad?
Es ist während der Tour nicht möglich, sich täglich zu duschen,
wohl aber reicht das Wasser für eine kleine Wäsche. Dazu begibt man
sich einfach hinter den nächsten Felsen oder Busch. Ab und zu kommen
wir an Orten vorbei, wo genug Wasser fließt, daß man sich mal ganz duschen
und die Haare oder etwas Wäsche waschen kann. Im allgemeinen schwitzt
der Körper aber nicht so sehr, wie man es befürchtet, da in der Wüste
die Luft sehr trocken ist und meistens ein laues Lüftchen geht.
Wem gehört
die Wüste?
Die von uns bereiste Gegend befindet sich zwar auf ägyptischem
Boden, wird von (nicht-beduinischen) Ägyptern aber weitgehend gemieden.
Die Mzaina-Beduinen betrachten es als ihr Stammesgebiet, das heißt,
Mitglieder ihres Stammes dürfen darin Häuser bauen und Brunnen graben,
Feuerholz suchen und ihr Vieh weiden lassen. Wir werden in der Wüste
ab und an Beduinenmännern oder Hirtenmädchen begegnen.

Ebenso kann es
passieren, daß andere Touristen unseren Weg kreuzen. Die meiste Zeit
jedoch werden wir kaum andere Menschen sehen. Selbstverständlich bemühen
wir uns, keinen Müll und so wenig Spuren als möglich zu hinterlassen.
Wir befinden uns auf dem Land, das die Beduinen bewohnen und benutzen
und sollten uns verhalten wie Besucher und Gäste.
Die Kameltouren,
die ich gemeinsam mit Sliman Abu Hmed veranstalte, können Sie bei mir
buchen. Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail mit Ihrer
Postadresse, dann schicke ich Ihnen das Infoheft zu.
Im Kapitel
Tipps finden Sie Informationen und Hinweise dazu, wie Sie auf eigene
Faust im Sinai umherreisen und Kameltouren machen können.
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