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Mit der
Besetzung der Sinaihalbinsel durch Israel begann dort der moderne Massentourismus.
Scharen junger Leute kamen an die Strände. Die Israelis begannen mit
der Errichtung von Städten, Siedlungen und Straßen. So wurde schließlich
auch das vorher schwer erreichbare, abgelegene Katharinenkloster mit
dem Mosesberg für die Massen zugänglich und wurde fortan ausgiebig von
Touristen aus aller Welt aufgesucht.
An den
Küsten begannen Beduinen mit der Errichtung von Camps, Restaurants und
Kaffeehäusern.
Bald folgten
ägyptische und internationale Großinvestoren und die Küste wurde mehr
und mehr mit Hotels zugebaut. Allerdings wurde dabei darauf geachtet,
daß das Bild der Landschaft nicht vollkommen zerstört wird und sämtliche
Hotels - auch die, die heute gebaut werden - sind nur wenige Stockwerke
hoch.
Ägypten
dachte zuerst an das schnelle Geld. Die Fragen: woher das Trinkwasser,
wohin mit dem Abwasser, wohin mit dem Abfall? wurden zunächst auf die
lange Bank geschoben. Seit 1983 wurden dann schließlich einige Gegenden
zu Naturschutzgebieten deklariert und auch die Korallenbänke kamen unter
strengen Schutz.
Diese
Naturschutzgebiete sind:
- Ras Mohammed
ganz im Süden der Halbinsel
- Naqb - ein Küstengebiet zwischen Sharm
und Dahab
- Abu Gallum - zwischen Nuwebaa und Dahab
- St. Katherine -
die gesamte Bergregion um das Katharinenkloster
Der Naturpark
St. Kathrin wird von der EU großzügig unterstützt.
D a s N a t u r s c h u t z g e b i e t S t. K a t h e r i n e
Als in den 70 er Jahren auf dem Sinai der moderne Massentourismus begann,
dachten Investoren in erster Linie an das schnelle Geld.
Hotelanlagen wurden gebaut, Touristen wurden zum Schnorcheln und Tauchen auf's Meer hinaus gefahren, das Freizeitangebot wurde ständig erweitert usw.
Erst im Laufe der 90er Jahre begann man, an den Schaden zu denken: Müll und Abwasser, Zerstörung der Landschaften und der Riffe usw.
Heute stehen über 20 % des Sinai unter Naturschutz, so auch (seit 1983, bzw. 1996) die gesamte Bergregion um den Mosesberg und das Katharinenkloster.
Die Ziele:
Erhalt einer intakten Umwelt
Umweltverträglicher Tourismus
Erforschung und Zucht von Pflanzen mit medizinischem Nutzen in den Bergen
Einbeziehung der einheimischen Beduinen in die Projekte
Das "Projekt zur Bewahrung und zum nachhaltigen Gebrauch von Heilpflanzen in ariden und semi-ariden Ökosystemen Ägyptens":
Erfassung, Bewahrung und Weiterzucht von Heilpflanzen
Erfassung gefährdeter Arten
Erhalt der global bedeutenden Pflanzenvielfalt
Dokumentation des traditionellen Wissens um die Pflanzen
Einrichtung von Informationszentren
u.v.a.
Im Jahre 2002 erklärte die UNESCO das Kloster mit Umgebung zum Weltkulturerbe (Nr. 954). Als schützenswert werden sowohl Ruinen aus byzantinischer Zeit erachtet, als auch die einzigartige Ikonensammlung des Katharinenklosters.
Ein weiterer Grund für den Verleih des Status eines Weltkulturerbes liegt im dem speziellen Austausch und Zusammenleben von Menschen jüdischen, muslimischen und christlichen Glaubens an diesem Ort.
In St. Katherine gibt es ein neu gebautes Besucherzentrum, in dem Sie sich umfassend über den Naturpark informieren können. Jedes Thema (Pflanzen und Tiere, der Naturpark, Naturgeschichte, das Kloster, die Beduinen) wird in einem eigenen Pavillon dargestellt. Die Pavillons sind aus Steinen der Umgebung gebaut und befinden sich, über Treppen verbunden an einem Hang.
Das Zentrum ist leicht zu finden und ist auf jeden Fall einen Besuch wert (planen Sie etwa zwei Stunden ein)!
Vom nördlich der Ortschaft gelegenen Polizei-Kontrollpunkt kommend führt eine lange Straße bis zu einem Kreisel, an dem es links zum Kloster, geradeaus in den Ort und rechts zu einem Hotelkomplex geht. Vom Kontrollpunkt kommend befindet sich das Zentrum kurz vor dem Kreisel auf der linken Seite und ist gut zu sehen.
Im Naturpark St. Katherine läuft zur Zeit das
"Projekt zur Bewahrung und zum nachhaltigen Gebrauch von Heilpflanzen in ariden und semi-ariden Ökosystemen Ägyptens"
Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt von
EEAA (Egyptian Environmental Affairs Agency: (Ägyptische Umweltbehörde)
UNDP (United Nations Development Programme): Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen
GEF (Global Environmental Facility): Globale Umwelteinrichtung
Bei dem Projekt geht es um den Erhalt der Biodiversität und die erklärten Ziele der Aktivitäten sind u.a. folgende:
* Der Erhalt wildwachsender Heilpflanzen
* Kultivierung gefährdeter Spezien in speziellen Gärten
* Ausbildung lokaler Beduinen in Anpflanzung, Ernte und Weiterverarbeitung
* Einrichtung eines Heilpflanzen-Zentrums unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung
* Wiederbelebung traditionellen Naturschutzes
* Organisation von umweltverträglichem Tourismus
* Aufbewahrung genetischen Materials gefährdeter Spezien
* Publikationen
Das vorhandene traditionelle Wissen der Beduinen über die Heilpflanzen soll im Sinne des Rechtes auf geistiges Eigentum dokumentiert und bewahrt werden.
Viele Hotels bereiten heute ihr Brauchwasser aus Meerwasser in eigenen
Entsalzungsanlagen. Ein Teil des Abfalls der Hotelanlagen wird weiter
verwertet: Küchenabfälle gehen an die Schafe und Ziegen der Beduinen,
recycelbare Materialien kommen in Trennanlagen und werden verschreddert
und gepreßt an Firmen in Festlandägypten weitergegeben. Der meiste Abfall
wird jedoch nach wie vor in die umliegenden Täler gekippt und ab und
an angezündet.

In den
Naturschutzgebieten dürfen keine festen Gebäude errichtet werden. Für
Reisen innerhalb dieser Gebiete, insbesondere in der Bergregion um St.
Katherine hat die Naturschutzbehörde einen kleinen Katalog mit Verhaltensregeln
herausgegeben. Ich gebe ihn im Wortlaut wieder:
Ihre Richtlinien
für verantwortungsvolles Trekking
1. Achten Sie auf das Wasser - Verschmutzen
Sie die Wasserquellen nicht mit Seife, Ölen, Essensresten oder anderem
- Kampieren Sie in mindestens 100 m Entfernung der Wasserquellen - die
Tiere werden sonst beim Trinken durch Ihre Anwesenheit gestört. - Erledigen
Sie Ihre Toilette mindestens 100 Meter entfernt von jeglicher Wasserquelle.
2. Achten Sie auf Ihren Abfall - Zerkleinern Sie Dosen und Plastikflaschen
sowie jeglichen anderen Abfall, und nehmen Sie ihn mit zurück. - Verbrennen
Sie benutztes Toilettenpapier und vergraben Sie alle diesbezüglichen
Abfälle - Papierabfälle dürfen verbrannt werden, vegetarische Abfälle
dürfen- mit dem Einverständnis der Besitzer - an Kamele verfüttert werden.
3. Respektieren Sie die Traditionen und Bräuche der Beduinen - Fragen
Sie um Erlaubnis, bevor Sie die Wasserquellen benutzen. Sie stehen meistens
in Privatbesitz. - Betreten Sie nur dann private Gärten, wenn der Besitzer
Sie dazu einlädt. - Bitten Sie um Erlaubnis, bevor Sie einheimische
Leute photographieren. - Verwenden Sie kein einheimisches Brennholz
für Ihr Holzfeuer und benutzen Sie zum Kochen nur Gaskocher.
4. Vergessen
Sie das Gesetz nicht! Das Naturschutzgebiet St. Katherine wurde per ministeriellem
Dekret unter dem Gesetz 102 von 1983 deklariert: - Es ist verboten,
jegliche Gegenstände (einschließlich Steine, Pflanzen und Tiere) aus
den Naturschutzgebieten zu entfernen. - Es ist verboten, Tiere und Vögel
jeglicher Art zu stören oder zu verletzen - Es ist verboten, Graffiti
anzubringen, Bäume zu fällen oder zu beschnitzen
IHR BEITRAG MACHT EINEN
UNTERSCHIED Die Entwickung des Naturschutzgebietes von St. Katherine wird
von der Europäischen Union gefördert
Weitere
Infos:
St. Katherine
Protectorate Managemet Unit St. Katherine: Tel.: (0)693-470032; Fax:
(0)693-470033
Ministry
of Environment - Nature Protection Department, 23a, Ismail Mohamed Str.
Zamalek, Cairo; Tel.: (0)2-3401458
Egyptian
Environmental Affairs Agency (EEAA) - Department of natural Protectorates
- 32a, Ismail Mohamed St., Zamalek, Cairo; Tel.: (0)2-3406777; Fax:
(0)2-3405962 Sharm El Sheikh: Tel.: (0)693-660559; Fax: (0)693-660668
Red Sea Environmental Center
www.sec-online.org
Klicken Sie selbst! Das Red Sea Environmental Center setzt sich vor allem auch für Erforschung und Erhalt der einzigartigen Unterwasserwelt vor der Ostküste des Sinai ein.
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